Kategorie 'Beherrschung'

“Unsere Schlacht, Griechenland zu retten” – Interview mit Varoufakis

Dienstag, 14. Juli 2015 - 22:37

http://vineyardsaker.de/analyse/unsere-schlacht-griechenland-zu-retten-interview-mit-varoufakis

[...] es gab schlicht eine völlige Weigerung, wirtschaftlich zu argumentieren. Völlig … Man bringt ein Argument vor, an dem man wirklich gearbeitet hat – um sicher zu sein, dass es logisch schlüssig ist – und dann schaut man in leere Gesichter. Es ist, als hätte man nichts gesagt. Was man sagt ist unabhängig von dem, was sie sagen. Man hätte ebenso gut die schwedische Nationalhymne singen können – das hätte die gleiche Antwort erhalten. Und das ist irritierend, für jemanden, der an akademische Debatten gewöhnt ist… Die andere Seite engagiert sich immer. Nun, da gab es gar kein Engagement. Es war noch nicht einmal beleidigt sein, es war, als hätte niemand etwas gesagt. [...]

Yanis Varoufakis

Der Wissenschaftler Varofakis hat wohl erlebt, dass Gesprächspartner, die auf die reine Macht setzen, es als ein Zeichen von Schwäche empfinden, sich überhaupt mit Argumenten auseinandersetzen zu müssen. Logische Schlüssigkeit ist solchen Menschen lästig.

Im oft vielleicht zu unvorsichtig gelesenen Hagakure gibt es eine Episode, in der sich ein Abt dem Willen eines Samurai beugt. Nachdem der Mönch dem Samurai jedoch danach noch sagt, dass er dessen Gründe verstehe, “sorgt” der Samurai dafür, dass der Mönch sich dem Willen des gut gerüsteten Kämpfers noch zuverlässiger beugt. Ich nehme mal an, dass der Mönch danach also einen Kopf kürzer war. Machtmenschen mögen es wohl nicht so sehr, wenn sich ihre Gegner durch Argumente überzeugen lassen. Sie wollen die bedingungslose Unterwerfung.

Die dunklen Geschäfte einer Bank

Montag, 6. April 2015 - 14:03

http://www.br.de/radio/b5-aktuell/programmkalender/sendung-891266.html

Notizen aus der Schweiz
Die dunklen Geschäfte einer Bank

heute, 06.04.2015
08:35 bis 08:59 Uhr

B5 aktuell

Von Benedikt Strunz und Arne Meyer
Wiederholung um 17.35 Uhr
Als Podcast verfügbar

Für die Bankenwelt kam die Veröffentlichung der Recherchen unter dem Titel „Swiss Leaks“ Anfang Februar einem Erdbeben gleich. Anhand eines riesigen Datensatzes haben 140 Journalisten aus 45 Ländern nachgezeichnet, wie die „Hong Kong and Shanghai Banking Corporation“ – kurz HSBC – in der Schweiz Klienten bei Steuerhinterziehung und Geldwäsche geholfen und Geschäfte mit zwielichtigen und kriminellen Kunden gemacht hat. Die umfangreichen Recherchen, an denen in Deutschland Reporter von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung beteiligt waren, zeigen auf, wie eine Bank aus dem Ruder gelaufen ist.

B5 aktuell nimmt Sie mit auf einen Streifzug quer über die Kontinente. “Notizen aus aller Welt”: Berichte und Reportagen unserer Korrespondenten.

Alpe-Adria-Pleite

Freitag, 13. März 2015 - 19:50

Wenn es darum geht, Geld nicht zurückzuzahlen, dann machen das die Österreicher viel charmanter, als die Griechen.

Freihandelsabkommen und Arbeitsrecht

Samstag, 17. Mai 2014 - 07:56

http://www.igmetall.de/ttip-transatlantisches-freihandelsabkommen-zwischen-der-eu-und-13347.htm

TTIP: Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA
Abkommen nur mit höchsten Arbeits- und Sozialstandards
13.05.2014

Mit einem Freihandelsabkommen wollen die EU und die USA den weltweit größten gemeinsamen Wirtschaftsraum schaffen. Dabei drohen Arbeitnehmerrechte, Sozialstandards und demokratische Prinzipien unter die Räder zu kommen. Wenige sollen zu Lasten von Vielen profitieren.

Der Beitrag geht den Fragen nach:

  • Worum geht es beim transatlantischen Freihandelsabkommen?
  • Was soll das Abkommen bringen?
  • Welche Risiken bestehen?
  • Wie ist die Position der IG Metall?

[...]

Capital in the 21st Century

Freitag, 9. Mai 2014 - 00:36

https://www.google.de/search?q=”Thomas+Piketty”+”Capital+in+the+Twenty+First+Century”

Geheimnisvolles Amazon

Sonntag, 27. April 2014 - 23:54

Ab und zu behalten wir uns vor die Zahlungsweise Kreditkarte als einzige zu akzeptieren. Sollten Sie sich für diese Zahlungsart entscheiden, bitte ich Sie, eine neue Bestellung wie gewohnt über unsere Website aufzugeben. Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu internen Entscheidungen aus Gründen der Wahrung unserer Geschäftsgeheimnisse nicht weiter äußern.

Sicherlich haben Philemon und Baucis eher kein Verständnis darür. Aber Amazon ist es vermutlich ziemlich egal, wenn ein Standardtext der E-Mail-Bearbeiter im Amazon-Callcenter Leute verletzt, die man als Kunden nicht mehr so wichtig nehmen möchte.

Philemon und Baucis hatten noch gelernt, dass Entscheidungen von echten Personen mit Persönlichkeit verantwortet werden müssen. In der heutigen Amazon-Kultur ist so eine Einstellung zu altmodischem Anstand natürlich ziemlich uncool. Ist zunehmende strukturelle Verantwortungslosigkeit auf der Seite dominierender Anbieter im Markt der Grund für die zunehmende Wichtigkeit der “Eigenverantwortung” auf der Seite der Kunden?

Das solide Bestell- und Zahlungsverhalten von Philemon und Baucis kann Amazon nicht zu dem Schritt veranlasst haben, nur noch mit Kreditkarte bezahlen zu lassen. Es bleiben also nur noch irgendwelche undurchsichtigen Kriterien, die Amazon als “Geschäftsgeheimnisse” bezeichet. Darunter könnte es ja auch einige “ab und zu” wirksam werdende Kriterien (z.B. das Lebensalter der Kunden) geben, die Amazon nicht öffentlich erklären möchte. Hier scheint es ein Problem zu geben, dass nicht nur zwei Leute betrifft: https://www.google.de/search?q=”Amazon”+”Bankeinzug”+behalten-vor.

Amazon ermöglicht Philemon und Baucis keine Bezahlung per Bankeinzug mehr, obwohl die Beiden nicht nur die Liebenswürdigkeit, sondern auch die Korrektheit und Zuverlässigkeit in Person sind. Außerdem sind sie zusammen 180 Jahre alt. Ist das der Grund, dass Amazon ihnen nur noch die Zahlung per Kreditkarte erlauben will? Philemon und Baucis möchten sich ihr Leben jedoch jetzt nicht auch noch mit Kreditkarten verkomplizieren. Sie vertrauen der Bank, bei der sie seit vielen Jahren Kunde sind. Gerade für ältere Leute ist es wichtig, Zahlungswege zu behalten, auf die sie vertrauen können. Das bedeutet für Internet-Vertriebler, die ganz alte Leute nicht mehr als Kunde haben wollen: Wenn du Greise vergraulen möchtest, mach’s einfach komplizierter und baue neue Hürden auf. Die alten Leutchen haben ja auch sonst nichts zu tun.

Amazon meint vielleicht, dass der Fall sich bald biologisch von selbst lösen wird. Bis dahin werden Philemon und Baucis ohnehin nicht mehr die Kraft und das Interesse haben, sich gegen Amazons “Geschäftsgeheimnisse” zu wehren. Aber ich bin jetzt neugierig geworden, weil ich ja selbst älter werde. Mit welchen “Geschäftsgeheimnissen” werde ich dereinst einmal rechnen müssen, wenn mir im Alter die Kraft fehlt, die Rechte, die ich eigentlich habe, noch selbst durchsetzen zu können? Amazon entwickelt ja eine gewisse Dominanz im Markt und damit auch entsprechende Verhaltensweisen gegenüber nicht mehr so durchsetzungsfähigen Kunden. Da ist es schon interessant, Amazons “Geschäftsgeheimnisse” besser zu verstehen.

Amazon schrieb mir, irgendein “System” habe entschieden, dass Philemon und Baucis nicht mehr per Bankeinzug bezahlen können. Das ist elegant. Früher brauchte es noch Körpereinsatz, sich lästiger Greise zu entledigen.

Unser System führt in bestimmten Fällen Routineprüfungen von Bestellungen durch. Im Rahmen dieser Überprüfung wurde Ihre gewählte Zahlungsart abgelehnt, deshalb wurden Sie gebeten, Ihre Zahlungsweise auf Kreditkarte zu ändern. Eine manuelle Änderung der Entscheidung ist leider nicht möglich.

Copied by Adidas

Samstag, 26. April 2014 - 12:36

http://www.tagesschau.de/ausland/adidas-fussballschuh100.html

Ich bin allerdings sowieso kein Kunde bei Adidas.

Ist Deutschland reichenfeindlich?

Sonntag, 22. Dezember 2013 - 21:10

http://www.sueddeutsche.de/geld/vermoegenssteuern-im-vergleich-reichenparadies-deutschland-1.1849026

21. Dezember 2013 13:30

Vermögenssteuern im Vergleich
Reichenparadies Deutschland

In keinem großen Industriestaat werden Vermögen so gering besteuert wie hierzulande. Die britische Regierung etwa verlangt ihren “Reichen” sechs Mal so viel ab wie die deutsche. Für die Berater von Finanzminister Schäuble ist das allerdings noch lange kein Grund für eine radikale Reform.

Von Claus Hulverscheidt, Berlin [...]

(Silvia, danke für den Tipp.)

Bullrun

Freitag, 1. November 2013 - 13:39

https://en.wikipedia.org/wiki/Bullrun_%28decryption_program%29 und http://www.theguardian.com/world/interactive/2013/sep/05/nsa-project-bullrun-classification-guide beschreiben das NAS-Projekt Bullrun. Es geht um die Entschlüsselung von Daten, und zwar auch in Echtzeit (z.B. https).

Die Wikipedia liefert eine etymoligische Erklärung für den Namen des Projekts, aber ich denke bei Bullrun zuerst an simples Ausprobieren von Schlüsseln. Dazu braucht man nur eine große Herde von Rechnern, die in irgendeiner großen Halle untergebracht sind und in einem ihnen zugeordneten Zahlenbereich ein paar Schlüssel ausprobieren.

Für eine NSA ist der Aufwand nicht groß. Man kann mehrere Entschlüsselungsrechner in einem Chip unterbringen und mit vielen Chips um viele Größenordnungen schneller Schlüssel erraten, als ein einzelner PC das könnte. Wenn die kleinen Rechner alle parallel an einem Datenbus hängen, der ihnen die Daten synchron zuführt, ergibt sich daraus eine geradezu primitive Parallelrechner-Architektur.

Ein “Supercomputer” für den beschränkten Bereich des Schlüsselknackens ist einfach aufzubauen und zu betreiben. Für eine brute force Knacken von kodierten Daten mit massenhaft viel Mikrorechnern braucht man gar nicht viel Mathematik, sondern vor allem Geld. Das ist für die NSA kein Problem. Der Anteil am Defizit der USA ist wahrscheinlich kaum bemerkbar.

Anglo Irish Bankers singing “Deutschland uber alles”

Mittwoch, 26. Juni 2013 - 23:24