Kategorie 'Das merken wir uns'

Unsichtbare Hand 2.0

Sonntag, 10. April 2016 - 07:29

ARD tagesschau (2016-04-08 11:03):

Der “Bild”-Zeitung sagte er [Ramon Fonseca, Mitbegründer der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama-Stadt], seine Kanzlei mache “nichts anderes als Tausende Anwälte rund um die Welt” – sie gründe Firmen und Treuhandfonds. Das seien völlig legale und normale Geschäfte “in einer Welt, in der niemand mehr Geschäfte unter dem eigenen Namen betreiben möchte”.

Leitkultur

Sonntag, 21. Februar 2016 - 02:59

Marcel Reich-Ranicki zur “Leitkultur” (vermutlich 2008)

https://www.youtube.com/watch?v=oM4RYnBTXPc&feature=youtu.be&t=8m30s

Verzicht auf Wirtschaftsspionage

Donnerstag, 29. Oktober 2015 - 16:03

http://www.tagesschau.de/inland/china-reise-merkel-101.html

Bei ihrem Gespräch vereinbarten Merkel und Li zudem den Verzicht auf Wirtschaftsspionage.

Naïver geht es wohl nicht mehr. Außerdem, welches Recht bestimmt, was Wirtschaftspionage ist? Wenn’s nützt, dann ist in China jede unerwünschte Datenerhebung Wirtschaftsspionage.

Armutszeugnis für Deutschland

Samstag, 17. Oktober 2015 - 04:18

http://nationalearmutskonferenz.de/index.php/presse/pressemitteilungen/288-pressemeldung-armut-ist-kein-zufall

Nationale Armutskonferenz legt 2. Schattenbericht „10 Jahre Hartz IV“ vor. Mehr Entschiedenheit bei der Bekämpfung von Armut gefordert: „Keine weiteren Jahre verlieren!“

Köln/Berlin. Zum zweiten Mal nach 2012 hat die Nationale Armutskonferenz (nak) heute einen Schattenbericht zur Armut in Deutschland vorgelegt. Er trägt den Titel „Zehn Jahre Hartz IV – zehn verlorene Jahre“. Vor der Berliner Bundespressekonferenz betonte nak-Sprecher Dr. Frank Johannes Hensel, Armut sei „kein unglücklicher Zufall“. Er forderte mehr politische Entschiedenheit bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung in Deutschland. „Wir dürfen keine weiteren Jahre mehr verlieren!“ [...]

Aber natürlich werden wir noch mehr Jahre verlieren. (Wer ist “wir”?)
 
http://www.dgb.de/themen/++co++ddc7b6f8-57ad-11e5-a07d-52540023ef1a

[...] Ein Europa für alle“ fordert der neue Verteilungsbericht, den die Entwicklungsorganisation Oxfam dieser Tage veröffentlich hat. Er kommt zu dem Schluss, dass die Ungleichheit in Europa erheblich zunimmt und in Deutschland besonders ausgeprägt ist. Mehr denn je gilt es, diesen Trend endlich umzukehren und die Interessen der Mehrheit zu berücksichtigen.

Der Bericht weist auf die enorme Vermögenskonzentration hin, wonach die reichsten zehn Prozent in Deutschland über 63 Prozent des Gesamtvermögens verfügen. Mit Ausnahme Österreichs ist sonst nirgends in Europa eine höhere Konzentration zu beobachten. Diese Ungleichheit ist hauptsächlich durch Schenkungen und Erbschaften verursacht. Seit 1960 hat sich das vererbte Vermögen gemessen am Nationaleinkommen mehr als verfünffacht. [...]

Dass das passiert, war doch schon vor 20 Jahren absehbar. Bei der Umverteilung von unten nach oben haben immerhin diejenigen, die davon profitieren, keine Zeit verloren. Auch hier wird sich nichts ändern.

Übrigens, nach dem auch die letzte öffentliche Toilette privatisiert sein wird (aus Sicht der Welttoilettenorganisation wird Deutschland hier wohl zum Entwicklungsland), kann die Privatwirtschaft sich von diesem Output der Menschen verstärkt ihrem Input zuwenden und auch die Wasserversorgung noch besser in den Griff bekommen. Prost.

IP-Telefonie: Warnung an Telekom-Kunden

Montag, 21. September 2015 - 16:37

Wenn die Telekom bei Ihnen anruft und eine Umstellung auf IP-Telefonie anbietet, dann geht es in erster Linie darum, dass die Telekom bei Ihnen einen Router aufstellen will, über den sie einen Hotspot betreibt. Ihr Router macht sie dann zum Anbieter eines öffentlichen WLAN-Zugangs. Wenn sie aber schon einen Router haben, der IP-Telefonie unterstützt, dann sagt Ihnen die Telekom ersteinmal, dass sie den Router (z.B. Speedport W 723V) behalten können. Das stimmt, aber wenn Sie den Router behalten und nicht mit dem Telekom/FON-System mitspielen, dann bekommen Sie Schwierigkeiten bei ihrem bisherigen Zugang zu öffentlichen Hotspots der Telekom. Das wird Ihnen aber nicht klar gesagt.

Vor der Umstellung meines Telefonanschlusses auf IP-Telefonie bat ich ausdrücklich darum, dass man mir die Nachteile der Vertragsumstellung sagt. Später kam dann doch die unangekündigte Überraschung: Mein Email-Konto ist nicht mehr über die Hotspots von t-mobile.com zu erreichen. Wenn ich wieder auf Hotspots der Telecom zugreifen will, muss ich zuhause den Router wechseln. Das hat aber nichts mit Netzwerktechnik zu tun, sondern mit Marketingtechniken der Telekom. Und für die Kooperation mit FON braucht die Telekom ein aggressives Marketing.

Ich verstehe jetzt, warum ich den Eindruck hatte, dass die Anrufer der Telekom grinsten oder lachten, als ich sagte, dass ich mein alten Router für IP-Telefonie nicht austauschen müsse. Sie bestätigten das auch noch. Sie sagte ja nicht einmal die Unwarheit, aber die Wahrheit sagten sie auch nicht.

Die Umstellung (ich werde sie nicht vornehmen) auf einen neuen Router würde mir außerdem unnötige Arbeit verursachen. Zuvor wurde mir mehrmals bestätigt, dass ich den alten Router behalten kann. Das war wichtig für mich. Mein Netzwerk zuhause ist stabil. Warum soll ich da etwas ändern wollen?

Grund, warum die Telekom den Wechsel vorantreibt: Die Telekom will auch mein Heimnetzwerk dazu verwenden, in der Umgebung meines Wohnsitzes einen WLAN-Hotspot für “WLAN TO GO” der Firma FON anzubieten. Das geht mit dem alten Router nicht, der zwar IP-Telefonie kann, aber mit dem sich kein öffentlicher WLAN-Zugang betreiben lässt. Auch gibt es Sicherheitsprobleme. Ich brauche das nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich am Telefon dem Anrufer von der Telekom sagte, dass ich keinen öffentlichen Hotspot auf meinem Router brauche, weil ich kein Restaurant betreibe. Die Anruferin der Telekom muss also begriffen haben, dass ich nicht wusste, was mit der Umstellung auf mich zukommt.

Und ob es dort, wo ich bisher einen Telekom-Hotspot fand, auch einen FON Hotspot gibt, weiß ich nicht. Ich wäre ja nie darauf gekommen, dass ich bei einer Umstellung der drahtgebundenen Telefonie zuhause an Konsequenzen beim WLAN-Zugang an einem ganz anderen Ort nachdenken muss.

Den neuen Router hat die Telekom mir schon geschickt. Ich sende ihn erst einmal wieder zurück. Vermutlich werde ich Mobilfunk und Festnetz trennen, weil ich wegen der Kontrolle des Festnetzes durch die Telekom wohl bei der Telekom bleiben muss, aber im Mobilfunk mehr Wahlmöglichkeiten habe. Das wird vielleicht ein bisschen teurer, aber dann bin ich nicht einem einzigen Netzanbieter ausgeliefert.

Ich fühle mich von der Telekom reingelegt. Sie hat das auch bei meinen schon ziemlich betagten Eltern versucht, die nun wirklich keinen Vorteil von WLAN TO GO gehabt hätten. Wieder wurde das als Umstellung auf IP-Telefonie verkauft und nicht gesagt, dass es um die Einrichtung eines Telekom/FON-Hotspots bei meinen Eltern geht. Das konnte ich aber noch abbiegen.

Also Warnung: Wenn die Telekom Sie anruft, um Ihr Telefon von analog auf IP umzustellen, dann geht es der Telekom eben auch darum, den WLAN-Router Ihres Heimnetzwerkes dazu zu nutzen, ihr öffentliches WLAN-Netz (von der Telekom und von FON) zu erweitern. Das wird Ihnen aber am Telefon nicht so gesagt, dass Sie alle Konsequenzen klar verstehen. Sie werden zum Beispiel mehr Umstellungsaufwand haben, als Sie denken.

Links:

 
Update 2015-09-26: Die Telekom hat das Problem zu meiner Zufriedenheit gelöst. (Was aber machen Kunden, die sich nicht trauen, sich zu wehren?) Ich hoffe, dass Kunden in Zukunft besser über alle Konsequenzen von Umstellungen klar und verständlich informiert werden. Das ist am Telefon nicht immer einfach.
 
 


Geringere WLAN-Reichweite: Der neue Router Speedport W 724V (zumindest eine von drei Versionen dieses Routers) scheint Probleme beim WLAN zu haben. Die Reichweite wird diskutiert. Anfang dieses Jahres gab es deswegen viele Beschwerden, aber die Telekom verbreitete den Router ungerührt weiter.

Vielleicht liegt das nicht nur am Router, sondern auch an der Frequenzbandbelegung. Ein öffentlicher Hotspot muß in der weiteren Umgebung des Routers erreichbar sein, also auch außerhalb des Hauses oder der Wohnung des Heimnetzwerkbetreibers. Um Wände durchdringen zu können, wird der öffentliche Hotspot besser ein möglichst niedriges Frequenzband belegen. Je tiefer, desto besser. Könnte es sein, dass der Hotspot die niedrigsten Frequenzen im 2,4-GHz-Band zugewiesen bekommt und der Rest des Heim-WLANs dann höherliegenden Frequenzbereichen arbeiten muss? Dann hätte der Betrieb eines WLAN TO GO Hotspots Nachteile für entlegendere Zimmer im Heimnetzwerk.

 


Telekom Monopol: Das Hotspot-Konzept von Telekom/FON mag genial sein und Politiker beeindrucken, die den Internet-Zugang in Deutschland vorantreiben wollen. Die Sache hat aber einen Haken: Die Telekom baut sich hier ein Netzwerk auf, das in Richtung Monopol geht, jetzt aber von Privatunternehmen kontrolliert wird, die nicht mehr der Kontrolle eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens unterworfen wird.

Leider ist es ist für Festnetz-Kunden riskant, von der Telekom zu anderen Anbietern zu wechseln, wenn die letzte Meile zwischen DSLAM und dem Router des Kunden technisch von der Telekom kontrolliert wird und die Telekom dadurch z.B. gegenüber Mitbewerbern (die die Telekom-Leitungen nutzen müssen) Vorteile beim Kampf der Festnetzleitungen um Bandbreite im Kabelbündel hat. Auch wegen Vectoring (das Politiker auch gut finden) ist die Telekom daran interessiert, Kabelbündel komplett zu kontrollieren und dafür Mitbewerber wegzuekeln. Fairer Wettbewerb ist nur noch Theorie. Unsere Wettbewerbshüter blicken da vielleicht noch nicht so durch.

Kommentar in http://www.teezeh.de/finger-weg-vom-telekom-router-speedport-w-724v/#comment-108910:

[...] Wechseln kann ich jetzt aber nur, wenn dem neuen Anbieter eine Kündigungsbestaetigung der Telekom vorliegt, da die Telekom die die Leitung freigeben muss. Das tut sie aber erst zum Februar 2016. Ich bin in der Zwickmühle eines Monopolisten. Orik

Zugang zu TTIP-Texten für Parlamentarier

Montag, 14. September 2015 - 19:26

Über TTIP weiß ich zu wenig, um mir ein Urteil bilden zu können. Aber Parlementarier sollten nicht behindert werden dürfen, in das Abkommen Einblick zu nehmen. Zwar brauchen Verhandlungen einen gewissen Grad an Vertraulichkeit, aber es muss Zwischenergebnisse geben, die Parlamentariern zur Beurteilung zugänglich zu machen sind. Hier scheint es Probleme zu geben, wobei juristische Fachtermini und fehlene Englischkenntnisse vielleicht noch die niedrigste Hürde darstellen sollten, wenn die Parteien ihre Ressourcen richtig nutzen.

Zugang zu TTIP-Texten für ParlamentarierQuelle: https://twitter.com/Volksentscheid/status/641940731725258754
Links:

“Unsere Schlacht, Griechenland zu retten” – Interview mit Varoufakis

Dienstag, 14. Juli 2015 - 22:37

http://vineyardsaker.de/analyse/unsere-schlacht-griechenland-zu-retten-interview-mit-varoufakis

[...] es gab schlicht eine völlige Weigerung, wirtschaftlich zu argumentieren. Völlig … Man bringt ein Argument vor, an dem man wirklich gearbeitet hat – um sicher zu sein, dass es logisch schlüssig ist – und dann schaut man in leere Gesichter. Es ist, als hätte man nichts gesagt. Was man sagt ist unabhängig von dem, was sie sagen. Man hätte ebenso gut die schwedische Nationalhymne singen können – das hätte die gleiche Antwort erhalten. Und das ist irritierend, für jemanden, der an akademische Debatten gewöhnt ist… Die andere Seite engagiert sich immer. Nun, da gab es gar kein Engagement. Es war noch nicht einmal beleidigt sein, es war, als hätte niemand etwas gesagt. [...]

Yanis Varoufakis

Der Wissenschaftler Varofakis hat wohl erlebt, dass Gesprächspartner, die auf die reine Macht setzen, es als ein Zeichen von Schwäche empfinden, sich überhaupt mit Argumenten auseinandersetzen zu müssen. Logische Schlüssigkeit ist solchen Menschen lästig.

Im oft vielleicht zu unvorsichtig gelesenen Hagakure gibt es eine Episode, in der sich ein Abt dem Willen eines Samurai beugt. Nachdem der Mönch dem Samurai jedoch danach noch sagt, dass er dessen Gründe verstehe, “sorgt” der Samurai dafür, dass der Mönch sich dem Willen des gut gerüsteten Kämpfers noch zuverlässiger beugt. Ich nehme mal an, dass der Mönch danach also einen Kopf kürzer war. Machtmenschen mögen es wohl nicht so sehr, wenn sich ihre Gegner durch Argumente überzeugen lassen. Sie wollen die bedingungslose Unterwerfung.

Gesetz zur Vorratspeicherung erhöht Risiko für Journalisten und Whistleblower

Freitag, 12. Juni 2015 - 21:11

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/gesetzentwurf-vorratsdatenspeicherung-whistleblowern-droht-haft-wegen-datenhehlerei/-/id=396/did=15664922/nid=396/1atwav4/index.html

No-Spy-Abkommen (NSA)

Dienstag, 12. Mai 2015 - 06:35

Große Auswahl für “NSA”:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=NSA_(Begriffsklärung)&oldid=141478523:

NSA steht [in der WP seit 2015-01-18] für:

Ich war’s nicht!

 
http://www.spiegel.de/forum/politik/nsa-affaere-deutsche-delegation-will-obama-no-spy-abkommen-abringen-thread-104665-3.html#postbit_14113960

#26 30.10.2013, 18:58 von Draw2001
No Spy Agreement….

Eine denkwürdige Abkürzung dieser drei Wörter:
NSA (No Spy Agreement) Wem das wohl eingefallen ist?
Ist der Ruf mal ruiniert, lebts sich fortan ungeniert. [...]

 
https://www.facebook.com/DerPostillon/posts/643329815724808?comment_id=5905452&offset=0&total_comments=134&comment_tracking={“tn”%3A”R9″}

Skander Kaafar
Lustig genug, dass die Abkürzung für das sogenannte No Spy Abkommen NSA ist! Lol
January 14, 2014 at 10:24pm

Siehe auch: http://www.der-postillon.com/2014/01/usa-bereit-no-no-spy-abkommen-zu.html

So geht’s im Kindergarten zu

Samstag, 18. April 2015 - 14:38

http://www.tagesschau.de/inland/csu-betreuungsgeld-101.html

CSU stellt Kita-Ausbau infrage

Stand: 18.04.2015 12:20 Uhr

Das Betreuungsgeld ist ein Lieblingsprojekt der CSU. Aber es ist umstritten, und auch die Verfassungsrichter zweifeln. Sie sind vor allem skeptisch, ob der Bund mitmischen darf. Jetzt hat die Partei aus Bayern bei einem Scheitern mit einer Retourkutsche gedroht. [...]

Der kleine Max ist heute voll angefressen: “Nimmst du mir mein Porjekt weg, dann nehm’ ich dir dein Porjekt weg. Ätsch!” Dann sagt er noch, dass alle schon sehen werden, was passiert, wenn der Ralf petzt, der blöde Fischkopf.

So geht’s im Kindergarten der Politik zu.